Peter Sylent in eigener Sache in den Medien.

© von Peter Sylent.

 

Schon seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn als Bildjournalist im Jahre 1978 habe ich mich Zeitgleich mit der Luftbildfotografie fuer die Printmedien beschaeftigt.

Ich war einer der ersten Pressefotografen, die mit Antrag eines polizeilichen Fuehrungszeugnisses, den Antrag und auch die Genehmigung fuer das Erstellen von Luftbildern bei der Luftfahrtbehoerde jeweils fuer ein Jahr, erhielt.

Mehr als 28 Seiten umfasste der Bereich in Norddeutschland, den die Luftfahrtbehoerde an Einschraenkungen und Flugverbotszonen herausgab, auf Grund des damals bestehenden Eisernen Vorhangs, was man nicht aus der Luft, sprich aus dem Helicopter anfliegen und fotografieren durfte. Hinzu kam die Beantragung einer Freigabenummer fuer das jeweilige Foto nach Vorlage bei der Luftfahrtbehoerde vor Veroeffentlichung.

Schon damals war man an Flughoehen gebunden, die viel zu hoch und zu weit weg vom Objekt waren. Dazu kamen immer wieder die enormen Kosten fuer Buchung und Flug und dann sollte ja auch noch ein Fotohonorar gezahlt werden. Nach Oeffung der Mauer wurde es zwar einfacher, blieb aber Kostenintensiv. Nun flog ich nicht mehr nur in Deutschland, sondern auch in Europa und dem Rest der Welt. Fuer den redaktionellen Bereich von Tagezeitungen der wahre Luxus, der aber in der heutigen Zeit der Auflagenrueckgaenge nahezu undenkbar.

 

Heute im Jahre 2014/15 war es an daher an der Zeit, sich auf Grund der Neuerungen und Schnelllebigkeit im Bildjournalismus mit Neuem zu beschaeftigen und dieses schnellstmoeglich anzuwenden.

Ein Quadrocopter, sprich Foto-Drohne wurde angeschafft um Ergaenzend zu teuren Helicopter Fotofluegen taetig zu werden.

Es wurden Einweisungsfluege unternommen mit professioneller Hilfe, dann allein geflogen und Zeitnah wurden entsprechende Aufstiegsgenehmigungen fuer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen beantragt und von den Luftfahrtbehoerden nach Vorlage einer Versicherungsbescheinigung und Geraetedetails, ausgestellt.

Es wurde eigens dafuer die Website www.aerialpics.de erstellt, um die Printmedien ueber unsere Einsaetze zu informieren, und den zu fotografierenden Betroffenen einen Einblick in unsere Taetigkeit zu verschaffen.

Heute nimmt der Quadrocopter ein Drittel unserer Arbeit im Bildjournalismus ein. Jetzt zu sagen, es gaebe den neuen Drohnen-Journalismus, ist Unfug.

Es ergaenzt unsere Arbeit immer da, wo eine Leiter oder das Hochstaviv zu kurz sind, beinhaltet aber eine Menge von zusaetzlichen Richtlinien. Einhaltung dieser Auflagen und der Umgang mit so einem unbemannten Flugkoerper sind von grosser Bedeutung.

 

Hier geht es bei den Fotofluegen nicht um das Ausspionieren Dritter, sondern um eine neue Sichtweise auf die Dinge.

Es ermoeglichen sich voellig neue Perspektiven, wie zum Beispiel bei der Reportage ueber die Schloesser in Norddeutschland.

Nachdem sie sich von jedem Eigentuemer vom jeweiligen Objekt, welches sie aus der Luft fotogafieren moechten, die Genehmigung eingeholt haben, die Leitstelle der dortigen Polizei informiert wurde, koennen sie loslegen.

Nun entstehen Atemberaubende Bilder, die zusammen eine herrliche Reportage ergeben. Wie hier unser Beispiel einer grossseitigen Veroeffentlichung in einer Tageszeitung zeigt.

Aber auch hier zeigt sich ganz schnell ein Mehraufwand, wo Professionalitaet gefragt ist.

Sie sollten sich nicht nur auf den Quadrocopter allein verlassen.

Ein geschultes Auge fuer derartige Fotos ist wichtig und die Einhaltung des Fuehrens eines unbemannten Flugobjektes, sowie das Fuehren eines LogBuches obligatorisch.

Auch muss die mitgefuehrte Technik staendig ueberprueft werden, die Accus sollten ausreichend Ladekapazitaet haben und die Flugzeiten muessen eingehalten werden.

So ein Accu fliegt nun mal nur eine gewisse Zeit von ca. 15 min und sollte nicht komplett ausgereizt werden. Die Technik ist zwar sehr fortgeschritten, und im Normalfall soll ja so ein Flugobjekt den Weg nach Hause zum Startpunkt rechtzeitig und allein einleiten, aber man sollte sich aus Sicherheitsgruenden nicht darauf verlassen.

Leider sind auch viele Hobbyflieger mit so einem Geraet unterwegs, und reizen diese bis aufs Letzte aus. Da ist das schnell fliegen und in Hoehen, wo man den Copter aus den Augen verliert, an der Tagesordnung, Hauptsache fliegen, passiert schon nichts.

Hier sei aber erwaehnt, dass wir in den Auflagen der Luftfahrtbehoerden eine max. Flughoehe von 100 Metern einzuhalten haben und den Flugkoerper im Auge behalten muessen. Fluhaefen, Kraftwerke und vieles mehr sind Tabu-Zonen.

Fuer Hobbyflieger sollte der Gesetzgeber entsprechende Richtlinien entwickeln, die dies auch bei denen in den Griff kriegen, die nur den Hobby-Aspekt sehen.

Im Bildjournalismus eroeffnen sich zahlreiche neue Perspektiven. Plötzlich koennen sie auch ueber Bereiche taetig werden, die einem sonst nur aus der Vogelperspektive moeglich sind.

Nun fliegen wir auch ueber die Ostsee, zeigen das neue Restaurant am Timmendorfer Strand auf der Seebruecke von der Wasserseite her mit einem gebuehrenden Abstand oder die Renovierung des Landtages in Hannover aus einem voellig neuen Blickwinkel. Zum aktuellen G 7 Gipfel in der Hansestadt Luebeck waren wir einige Tage zuvor dort mit dem Quadrocopter unterwegs und haben Luftbildaufnahmen der Stadt erstellt, noch bevor diese zu besonderen Flug-Verbotszonen ausgesprochen wurden. Hier konnten wir Redaktionen mit Titelfotos beliefern, die sie auch gedruckt haben. Auch die Steilkueste an der Ostsee mit dem neuen Restaurant Herrmannshoehe nahmen wir erfolgreich in unserem Foto-News-Angebot auf und wurde veroeffentlicht. Schon diese Resonanz der Printmedien im aktuellen Tageszeitungs-Journalismus zeigt, wir kommen an derartigen Foto-Produktion nicht vorbei und sehen hier die Ergaenzung in unserem Job.

Man muss aber auch den Menschen Beachtung schenken, die diesen Fluggeraeten gegenueber eher skeptisch reaegieren. Eine Foto-Drohne sollte eher die Bezeichnung Foto-oder Film-Copter tragen, denn Drohnen machen den Menschen irgendwie Angst und wir befinden uns nicht im Krieg, wo moeglicher Weise Drohnen zum Einsatz kommen. Diese Drohnen verdienen moeglicher Weise die Bezeichnung Drohne, aber nicht unsere Foto-Quadrocopter.

Wenn man den redaktionellen Bereich und deren Anwendung betrachtet, wird man in den sauren Apfel beissen muessen, dass Risiko der hohen Anschaffungskosten zwischen 2.500 und 30.000 Euro selbst zu tragen. Auch die einzelnen Abdruckhonorare nehmen keinen besonderen Stellenwert ein, ob man fuer Aufstiegsgenehmigungen weitere Kosten tragen muss oder nicht, die Honorare fuer derartige Fotos heben sich nicht besonders hervor. Verlangen sie mehr fuer Auftragsproduktionen, zahlt dies keiner und bekommen sie diesen Job auch nicht. Denn in den Redaktionen der Tagezeitungen werden generell keine Auftraege fuer Drohnenfluege erteilt, man will sich ja nicht den Makel des Ausspionierens schuldig machen.

Wir arbeiten daher mit unserem Quadrocopter ausschliesslich in Eigenregie, denken uns Foto-Strecken aus, die sinnvoll sind und trotzdem von den Printmedien uebernommen werden. Dabei koennen wir Kosteneffizient arbeiten, weil wir keine langen Anflugzeiten mit echten Helicoptern haben, unseren Quadrocopter dann auch nur direkt vor Ort einsetzen und somit die Flugzeiten minimieren.

Es bleibt aber nur eine Ergaenzung, denn ueber Katastrophen-Gebiete, Unfaelle auf Autobahnen oder Menschenansammlungen wird es weiter Tabuzonen geben, die sie dann nur aus dem echten Helicopter aus weiter Hoehe anfliegen koennen.

Wir fliegen derzeit mit einem DJI Phantom II, einer GoPro Hero III. Kamera und koennen die anzufliegenden Objekte auf einem Live-Bild-Monitor in Augenschein nehmen.

Die kleine kompakte Bauweise laesst es zu, den Quadrocopter im normalen PKW dabei zu haben und die Kamera reicht mit ihrer Qualitaet fuer die Printmedien voellig aus.

Der Anschaffungspreis liegt deutlich unter den normal ueblichen grossen Octo- und Hexa-Coptern, die meist mit grossen Kameras eingesetzt werden, somit die zu erziehlenden Honorare zwar deutlich hoeher sein muessen, aber die Printmedien kaum bezahlen werden. In Zukunft wird so ein Flugobjekt sicherlich zur Standardausruestung auch bei einigen Bildjournalisten gehoeren, denn die Moeglichkeiten sind genial.

Es wird aber auch bei den Fluegen und deren Aufstiegsgenehmigungen fuer das jeweilige Bundesland nicht einfacher, denn man braucht dafuer die Kostenpflichtigen Freigaben- und Aufstiegsgenehmigungen. Auch fuer Europa und den restlichen Laendern muss da dann noch so einiges getan werden, denkbar und Wuenschenswert waere da evtl. eine zentrale Genehmigungsbehoerde.

 

© Text – und Fotos: Sylent-Press/ AerialPics / Peter Sylent.

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23.08.1999 Mallorca Magazin

Weg frei für Promi-Bilder

Bundesgerichtshof sagt: Luftbilder von Häusern sind erlaubt, Wegbeschreibungen nicht

PRESSE Promis gegen Helis

Prominente Wahl-Mallorquiner wie Ulla Kock am Brink und Alida Gundlach sehen durch die Veröffentlichung von Luftaufnahmen ihrer Villen ihre Privatsphäre gestört. Nicht nur, dass regelmäßig die Ziegel von der Finca fliegen, wenn die Fotografen mit dem Hubschrauber anrücken – noch mehr fürchten die Bewohner den Ansturm von Touristen und möglichen Einbrechern. Beim Berliner Landgericht erwirkten die Moderatorin Alida Gundlach („NDR-Talkshow“) und die Berliner Filmproduzentin Regina Ziegler („Solo für Klarinette“) jeweils eine einstweilige Verfügung gegen den Hamburger Promi-Fotografen Peter Sylent, auch die ARD-Moderatorin Ulla Kock am Brink will sich gerichtlich wehren. Grund: Sylent betreibt einen regen Handel mit Schnappschüssen aus dem Helikopter. In einem Katalog namens „Da wo die Stars residieren … Mallorca“ können die Kunden zwischen 60 „Domizilen illustrer Zeitgenossen aus der Vogelperspektive“ auswählen – darunter die Anwesen von Boris Becker und Claudia Schiffer. Dazu gibt es Infos zur Lagebestimmung. Mit dem umfangreichen Material hatte die Fernsehzeitschrift „TV Movie“ einen dreiseitigen „Star-Guide“ veröffentlicht, bestückt mit Fotos aus dem Hubschrauber und detaillierter Wegbeschreibung („Nach dem Supermarkt … links abbiegen“). Nach der Berichterstattung würden sich immer häufiger Schaulustige am Gartenzaun drängeln, beklagen Gundlach und Kock am Brink. Fotograf Sylent hat gegen die Entscheidung Widerspruch eingelegt – schließlich könne sich jeder beim zuständigen Ortsamt auf Mallorca die Anschrift ansässiger Promis besorgen.

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Hafennews.de August 2011.

Hubschrauber-Notlandung im Hamburger Hafen, Peter Sylent war auf Fotoflug unterwegs.

Posted on 20 August 2011 by Peter Sylent

Der Hamburger Fotograf 900_01_08_01_6029_pre Peter Sylent war mit dem Hubschrauber auf Luftbild-Produktion unterwegs.

Der Fotoflug verlief wie jeder andere in den letzten Jahren, Peter Sylent hing im Gurt an der offenen Tueroeffnung (Tuer fuer Fotoflug ausgebaut), fotografierte die neuesten Motive der HafenCity und die Baustelle des Kraftwerkes Moorburg.

Dann in der 41ten Flugminute ein leichter Rechtsdreh in Richtung über die Koehlbrandbruecke, als plötzlich erst die Kontrollleuchte der Öldruckanzeige nichts mehr anzeigte, und dann div. Instrumente ausfielen.

Pilot Frank Proeber (41) 900_01_08_3040_pre der erst kürzlich einen Lehrgang über Menschliches Versagen durch Fehlentscheidungen absolvierte, behielt die Kontrolle über das Luftfahrzeug und meldete dem Tower in Fuhlsbuettel einen Emergency Touch down, soll soviel heißen wie, Sicherheitslandung.

Danach unterbrach auch die Funkverbindung zum Tower in Fuhlsbuettel.

Landeplatz

In 200 Meter Höhe wurde entschieden leicht links über die Elbe einzudrehen und am aeusseren Zipfel des Containerterminals Tollerort Notzulanden. Die Unterbrechung des Funkverkehrs löste eine Rettungskette aus, da dem Airport der Verbleib des Hubschraubers unbekannt.

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Als einer der ersten am Ort des Geschehens war der Hamburger Rettungshubschrauber, und nahezu zeitgleich kam der Polizeihubschrauber um unseren Hubschrauber zu suchen und um sich einen Überblick zu verschaffen.

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Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, Notarztwagen und Polizei vom Land wurden eingewiesen und kamen in kurzen Abständen hinzu, konnten dann endlich Entwarnung geben, als sie den kleinen Hubschrauber unversehrt auf dem Containerterminal antrafen.

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Pressefotografen und Fernsehen waren unmittelbar vor Ort. Die Hughes 269 C ist der Hubschraubertyp, auf dem weltweit die meisten Piloten ausgebildet werden, in Hamburg für Schulungsflüge, aber auch für Beobachtungs-, Foto- und Personenflüge eingesetzt wird.

Pilot Frank Proeber 900_01_08_01_6053_pre von Hanseatic-Helicopter war da völlig entspannt, es schien sich nur um einen technischen Defekt zu handeln, Gefahr bestand zu keiner Zeit.

Peter Sylent hatte sich während der 2 ½ minuetigen Notlandung nicht wirklich in Gefahr gesehen, zumal er mit einem absolut versierten und erfahrenen Piloten seine Fotoflüge seit Jahren durchführt. Natürlich läuft da ein kurzer Zeitraffer im Kopf ab, wenn die Anzeigen der Geräte ausfallen und man nach einem geeigneten Landeplatz sucht. Da werden die Speicherkarten aus den Kameras gezogen und in wasserdichte Boxen geschoben, man weiß ja nie. Während des Sinkfluges hatte ich eine Hand am Gurtverschluss und wäre sicherlich bei plötzlichem Rotorstillstand in die Elbe gesprungen, über der wir nahe der AIDA blu am Cruise Terminal Altona uns befanden. Durch die Berufserfahrung in Sachen Fotoflüge in Deutschland, Europa und dem Rest der Welt gibt es eine Vielzahl von viel Grosseren Gefahren in Ballungsgebieten, als hier mit Profis mal eben einen Landeanflug auf einen Containerterminal durchzustehen. Obwohl man zeitversetzt erst wirklich realisiert, dass ist dann wohl heute dein zweiter Geburtstag, ist der nächste HeliFlug schon gebucht.

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…aber es war schon eine geile Zeit – visuell zur Pressefotografie

Die „visuell“ 1/2008 mit Themenschwerpunkt Pressefotografie. Erwähnenswert der Beitrag von Peter Sylent, der anhand seiner eigenen Berufsbiografie die Entwicklung der Branche seit 1978 schildert. Wo einstmals das präventive Buchen sämtlicher Flüge ab Paris zwecks Einfangen des Berichterstattungsobjekts angesagt war („es war schon eine geile Zeit“) oder Promi-Villen per Hubschrauber fotografiert wurden, wird jetzt auf Symbolfotografie gesetzt. Qualität zählt weiter, meint er, aber aktuelle Kenntnisse im Presserecht sind heute absolut notwendig.

 

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VisuellPublication

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